12. April 2010

iPhone OS 4.0, iAds und Apple versus Android

Frisch aus dem Netz — von Kirsten Schelper | Artikel drucken

Letzte Woche kündigte Steve Jobs das neue Betriebssystem 4.0 für das iPhone an. Alle neueren Geräte (iPhone 3GS und iPod Touch der 3. Generation) können voraussichtlich im Sommer updaten. Zunächst geht das neue System aber nur an die Entwickler.
Endlich gibt es Multitasking, ein File-System und besseren Zugriff auf den Kalender. Aber immer noch kein Flash und eine etwas zweifelhafte Neuerung namens iAd (s.u.).

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Zusammen mit der Ankündigung von iPhone OS 4.0 stellte Apple auch eine neue Werbeplattform vor, iAd genannt. Die Idee dahinter: Entwickler sollen weiterhin kostenlose oder niedrigpreisige Apps anbieten, aber gleichzeitig auch Geld verdienen können. Möglich wird das über Anzeigen, die in die Apps integriert sind.

Das Google-Prinzip, Anzeigen dort zu platzieren, wo die Leute suchen (also neben einer Liste von Suchergebnissen) macht laut Steve Jobs auf dem iPhone keinen Sinn. Außerdem mögen es die User nicht, wenn der Klick auf ein Werbebanner sie ins Nirvana führt, weg von dem, was sie gerade tun wollen. Bei den eingebetteten iAds soll das anders sein, die User bleiben in der Applikation.
Ob dieses Konzept für die Nutzer ein großer Gewinn sein wird, bezweifle ich. Für Apple ganz sicher: 60% des Erlöses der iAds gehen an Apple, 40% bleiben beim Entwickler.

Apple zieht damit die Marketing-Schraube weiter an. In den Augen vieler Apple-Entwickler wandelt sich Apple immer mehr vom good guy zum bad guy. In den Zeiten, als Apples Marktanteil noch sehr klein war, mussten sie wohl oder übel nett sein zu ihren Entwicklern, wollten sie nicht ganz den Anschluss verlieren. Aber mit dem neuen Gerätekonzept iPod/iPhone/iPad hat Apple den Schritt in eine beachtliche Marktpräsenz geschafft und arbeitet nun sehr konsequent an der Infrastruktur rund um die Geräte. Ein bisschen zu konsequent vielleicht.

Apple wacht mit strengem Blick über den AppStore. Kein Programm schafft es hinein ohne Apple’s Erlaubnis. Aber auch die Wege der Nutzer – ob ins Internet oder zu Programmen – sind vorgezeichnet und führen über Apple (iTunes und Safari). Mir kommt das von irgendwo her bekannt vor.

Viele Entwickler reagieren verärgert auf diese Strategie.
Dan Grisby aus der Apple-Entwickler-Szene schließt sein Blog Mobile Orchard zur Entwicklung von iPhone-Software, mit dem Argument, dass Apple’s Bedingungen kreatives Arbeiten unmöglich machen: In the iPhone OS environment when you see an opportunity, you put in work first, ask Apple’s permission and then, only after gaining their approval, your idea can be realized.
Eine interessante Diskussion dazu gibt es auf ReadWriteWeb. Hier geht es darum, ob Apple’s iPhone/iPad-Strategie vielleicht der Konkurrenz Android die Tür öffnen könnte: Apple’s Tightening Grip: This Could Be Android’s Big Chance

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