Geschüttelt, nicht gerührt – James Bond und die Physik
Metin Tolan ist Professor für Experimentelle Physik an der Technischen Universität Dortmund. Seit 13 Jahren würzt er seine Vorlesungen mit einer ganz besonderen Zutat: Er geht den technischen Spielereien und waghalsigen Stunts in den James-Bond-Klassikern auf den Grund.
Kann man wirklich mit einem Raketenrucksack durch die Luft fliegen? Und schmeckt ein Martini geschüttelt tatsächlich besser als gerührt?
Tolan geht dabei ganz selbstverständlich davon aus, dass es weder Glück noch Zufall ist, dass sich James Bond in den atemberaubenden Verfolgungsjagden nie den Hals bricht, sondern angewandte Physik. Das macht das Buch zum ganz besonderen Lesespaß. Metin Tolan und Joachim Stolze (ebenfalls Professor an der TU Dortmund) arbeiten ebenso präzise wie humorvoll die physikalischen Bedingungen heraus, die hinter James Bond’s heldenhaften Einsätzen und der Wirkung seiner Geheimwaffen stecken.
Jedes der 19 Kapitel befasst sich mit einer spektakulären Filmszene, zum Beispiel mit der Szene aus »Golden Eye«, als James Bond einem abstürzenden Flugzeug hinterherspringt.
Zuerst wird der Ablauf der Szene genau beschrieben. Danach wird erklärt, in welcher Weise die Gesetze der Physik zusammenarbeiten, um das Phänomen möglich zu machen. Wer es ganz genau wissen will und die Auseinandersetzung mit etwas komplexeren Formeln nicht scheut, dem liefern die Autoren anschließend noch ein paar »Details für Besserwisser«.
Die Antworten der Physiker sind dabei stets überzeugend, die Aufbereitung ist außerordentlich unterhaltsam und gut verständlich. Wer Spass an physikalischen Gedankenspielen hat wird an diesem Buch seine Freude haben.
Ein verhinderter Physiker muss man dafür keineswegs sein. Die Autoren erklären so anschaulich, dass die Materie auch mit Vorbelastung (Physik-Schulnote vier) gut zu bewältigen ist.
Metin Tolan, Joachim Stolze
Geschüttelt, nicht gerührt
James Bond und die Physik
September 2008
240 Seiten, gebundene Ausgabe, € 16,90









