17. Mai 2010

Dabeisein ist nicht alles: Die Social-Media-Falle

Social Media — von Kirsten Schelper | Artikel drucken

Viele Unternehmen tun sich schwer mit dem Schritt ins Zeitalter des Mitmachweb. Allen schwant, dass man »was mit Facebook und Twitter« machen muss. Aber was genau bleibt im Unklaren.
Also was tun? Einen Social-Media-Guru engagieren? Einfach mal ein paar Accounts auf den verschiedenen Plattformen eröffnen und gucken, was passiert?

Accounts in sozialen Netzwerken sind zwar umsonst, aber nur weil scheinbar alle mitmachen, macht das Dabeisein nicht für jeden Sinn. Nicht jedes Produkt, nicht jede Dienstleistung eignet sich für das Geplauder in Internet-Portalen. Anbieter von B2B-Produkten beispielsweise werden ihre Kunden nicht auf Facebook-Seiten finden. Hier versammeln sich eher die Kunden der Konsumgüteranbieter.

Eine Facebook-Seite oder ein Twitter-Account sind schnell zusammengeklickt, aber eine Facebook-Community bildet sich nicht von selbst und ein verwaister Twitter-Account ist wirkunglos. Halbherziges Dabeiseinwollen bringt wenig.

Um in die sozialen Medien einzusteigen braucht es einiges an Überlegung und eine solide Strategie. Die Instrumente, um diese Strategie umzusetzen, sind erst im nächsten Schritt das Thema. Sonst geht es Ihnen wie dem Mann, der einen gut gefüllten Werkzeugkasten kauft und erst nachdem er wieder zu Hause ist überlegt, was er damit bearbeiten könnte.

Vier Leitfragen zum Einstieg

Frage Nr. 1
An wen richten sich meine Aktivitäten, wer sind die Leute, die ich ansprechen will?

Daraus ergibt sich unmittelbar

Frage Nr. 2
Erreiche ich diese Leute über soziale Netzwerke?

Lassen sich diese Fragen nicht klar und eindeutig beantworten, ist es besser, die Lage noch eine Weile zu beobachten oder nach alternativen Marketing-Konzepten zu suchen.
Übrigens: Ein Unternehmens-Blog zählt auch zu den Social-Media-Aktivitäten. Hier kann man die Inhalte und Dialog viel direkter steuern als im Umfeld von Facebook & Co. Einen auführlichen Artikel dazu finden Sie hier im Blog.

Frage Nr. 3
Was will ich erreichen, was ist mein Ziel und meine Erwartung?

Auch hier sind klare Antworten gefragt. Diese Ziele können sehr unterschiedlich sein: Man kann sich mit Fachkollegen austauschen, die Besucherzahlen auf der Website oder auf dem Unternehmes-Blog steigern oder den Dialog mit den Kunden zu ganz bestimmten Themen suchen.

Frage Nr. 4
Welche Netzwerke sind für deutsche Zielgruppen überhaupt interessant?

Laut einer Information von bitcom.org verzeichneten soziale Netzwerke im dritten Quartal 2009 in Deutschland 26,4 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Die Spitzenplätze belegen die VZ-Gruppe, Facebook und MySpace.

Wer also eine deutschsprachige Zielgruppe im Blick hat, sollte sich hier sein Aktionsfeld suchen.

Die Alternative: Kommunikation im Team

Lässt sich keine tragfähige Marketing Strategie entwickeln, kann es ein kluger Ansatz sein, soziale Netzwerke zuerst einmal innerhalb des Unternehmens zu nutzen. Das Unternehmen profitiert unmittelbar und es wächst allmählich das Gefühl dafür, worauf es bei einem sozialen Netzwerk ankommt.
Rund um den Microblogging-Dienst Twitter arbeiten Drittanbieter an der Nutzbarkeit von Twitter für die Kommunikation innerhalb von Teams z.B. das Tool Team Collaboration von HootSuite.
Und wenn partout kein Netzwerk zum Unternehmen als Ganzes passen will, Einzelpersonen können sich immer engagieren. Jeder ist ein Experte in irgendetwas und kann mit seinem Wissen etwas zur Community beitragen.

Regelmäßiges Monitoring ist wichtig

Aktivitäten in sozialen Netzwerken sind keine Selbstläufer. Wer den Einstieg einmal gefunden hat, sollte unbedingt am Ball bleiben und die Entwicklung genau beobachten. Diverse Monitoring-Tools helfen, das Geschehen im Blick zu behalten und auszuwerten. Eine Übersicht dazu gibt es auf WebWorkerDaily.

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Hier im Blog erklärt Sie Ihnen, wie Technik funktioniert – und nicht warum. Und was ein Taxifisch ist, erfahren Sie hier: www.taxifisch.de

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